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Initiativkreis Ruhr setzt auf Hombach und Staake

von Uwe Knüpfer

 

Der Initiativkreis Ruhr wird, wie die Ruhrbarone melden, künftig von Bodo Hombach und Erich Staake „moderiert“, also vertreten und, in dieser Konstellation, wohl auch geführt. Das ist eine gute Entscheidung.
Der Initiativkreis Ruhr, daran sei erinnert, wurde von Jürgen Gramke, Alfred Herrhausen, Bischof Hengsbach, Erich Brost und anderen NICHT gegründet, um Klavierkonzerte zu veranstalten – nichts gegen Klavierkonzerte; das Piano Festival tut dem Ruhrgebiet gut. Doch der Kreis kam zusammen, um dem Wandel des alten Rheinisch-Westfälischen Industriegebiets hin zu einer lebensfähigen, bewohnbaren, für Zuzügler und Investoren attraktiven Metropole eigenen Typs voranzutreiben und ihm Richtung zu geben. Man könnte sagen: ihn zu moderieren.
Diesem Auftrag hat der Initiativkreis anfangs spürbar, später nur gelegentlich, manchmal erratisch, zuletzt wieder deutlicher entsprochen. Je nachdem, wer ihn „moderiert“ hat. Insgesamt ist der Kreis leider weit unter seinen Möglichkeiten geblieben.
Er hat ein Vorbild in Pittsburgh, USA. Dort hat, als die Stadt nach der Schließung von Zechen und Hüttenwerken am Boden lag, ein Kreis weitsichtiger und heimatverbundener Wirtschaftsführer kluge Leute in Task Forces zusammengebracht und eine Agenda für den Wandel erstellen lassen, thematisch sortiert zu Bildung und Forschung, Verkehr und Umwelt etcetera. Der daraus resultierende Maßnahmenkatalog wurde öffentlich breit diskutiert und dann der Politik zum Vollzug übergeben. Das strahlende Ergebnis haben die Staatsmänner und –frauen der G8 beim Gipfeltreffen in Pittsburgh bestaunt.
Dem Ruhrgebiet fehlt nach wie vor politische Führung. Es braucht einstweilen noch Hilfe bei der Artikulation der eigenen Interessen. Diese Hilfe sollte, kann, muss und wird hoffentlich künftig vom Initiativkreis kommen.
Es muss eine Hilfe zur Selbsthilfe sein. Der Initiativkreis sollte der Landesregierung und dem Landtag dabei assistieren, dem Ruhrgebiet zu einer demokratischen Selbstregierung zu verhelfen – im Sinne einer Stadt der Städte. Dafür steht die Chiffre „RuhrStadt“.
Erich Staake hat vorexerziert, wie sich Wandel erfolgreich beschleunigen lässt. Er hat als Chef der Duisburger Hafengesellschaft einen darniederliegenden, praktisch toten und verdreckten Umschlagplatz für Kohle und Erze zu einem der weltweit lebendigsten Binnenhäfen gemacht. Anknüpfend an Altem, aber ohne falsche Sentimentalität und ohne Rücksicht auf Grenzen und Regeln à la „Das haben wir schon immer so gemacht“. Mit Tatkraft, Vision und Optimismus. Der Duisburger Hafen ist wieder wer. Phoenix aus der Asche. Ein Vorbild für das ganze Ruhrgebiet.
Ist Staake ein bewährter Macher, so steht ihm mit Bodo Hombach der wohl wortmächtigste und verbindungsreichste Kommunikator zur Seite, der weit und breit zu finden ist. Wenn beide zusammenwirken und sich mit allen unterhaken, die aus dem Ruhrgebiet wieder eine Erste Adresse machen wollen, können sie viel bewirken.
Aufgabe Eins wäre es, alle Akteure des Ruhrgebiets - die notorisch einander misstrauisch beäugen und bekriegen - zusammenzubringen. Versöhnen statt Spalten. Bodo Hombach sollte wissen, wie das funktioniert. Als Johannes Raus Wahlkampfmanager hat er diese Parole wenn nicht erfunden, so doch mindestens glänzend „kommuniziert“. Glückauf!  


Kommentare
AlfNBahn.@EFMH.de15.07.2010 10:15
@Uwe Knüpfer
Der Duisburg-Ruhrorter Hafen war immer ein vielseitiger Hafen.
Containerverkehr, Roll-on/Roll-off-, Getreide, Mineralöle, das sind heute die Standbeine des Hafen.

Der Umschlagplatz für Kohle und Erze, das war nur ein Teil des Hafens,. Heute ist es wirtschaftlicher, das Kohle und Erze direkt in Rotterdam in die Züge zu verladen und zu den Hochöfen am Rhein zu Transportieren.

Was der Hafen heute benötigt, das sind gute Bahnanschlüsse, wie den Eisernen Rhein. Doch hier versagt der RVR, hier versagt das Ruhtgebiet. Der RVR achtet viel zu sehr auf seine Abgrenzung zum Rheinland, und ist meist nur auf das Emschergebiet ausgerichtet.

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