„Wir gründen Deutschlands grösste Stadt“
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Bürgerschaftliche Initiative Pro Ruhr
Wir gründen Deutschlands größte Stadt
Fünf Millionen Menschen lassen sich nicht länger übersehen.
Das Ruhrgebiet muss eine Einheit werden, demokratisch regiert.
Nur so vollendet sich der Wandel von Europas kraftvollstem Industriegebiet zu Deutschlands größter Stadtlandschaft.
Im 19. und 20. Jahrhundert strömten Millionen Menschen aus allen Himmelsrichtungen in das Land an Ruhr, Rhein, Emscher und Lippe. Sie schufen, ohne es zu wissen und zu wollen, eine neue Riesenstadt. Sie wurden als Arbeitskräfte in der Industrie gebraucht, nicht als mündige Bürger.
An der Ruhr liegt die Kraft
Längst begreifen sich viele Hörder und Hamborner, Hertener und Wittener zugleich als Bürger der Ruhr. Sie spüren, dass sie eine gemeinsame
Geschichte verbindet - und ein unverkennbarer Zungenschlag. Sie erleben, dass sie reicher werden, wenn sie Grenzen überwinden: auf der Route der
Industriekultur oder auf der Suche nach den Relikten des Hellwegs, sie erleben es in Stadien, auf regionalen Festivals und Festen und in der Zusammenarbeit ihrer
Universitäten.
Das Ruhrgebiet ist eine Stadt der Städte
Das Ruhrgebiet ist eine Großstadt ohne Zentrum. Darin liegen Stärken und Schwächen. Es ist an der Zeit, die Stärken zu betonen. Geeint -
aber auch nur dann - hat das Ruhrgebiet das Zeug, zu einer Ersten Adresse Europas zu werden. Davon profitieren alle Städte an der Ruhr und drumherum.
Vitale Wirtschaft, exzellente Forschung, neue Arbeitsplätze
Mit seinen großen Konzernen, seinem vitalen Mittelstand, seiner starken Exportwirtschaft, seinen innovativen jungen Unternehmen liegt im Ruhrgebiet die
Kraft, wieder als führender Wirtschaftsstandort gesehen zu werden; als ein Ort, an dem sich arbeiten und Geld verdienen lässt. Viele Unternehmer an der
Ruhr sehen dies klar und wissen: Die Aufwertung des Standorts Ruhr setzt voraus, das Ruhrgebiet als Einheit zu sehen.
Die zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Ruhr arbeiten bereits auf vielen Feldern zusammen und weisen die Richtung: Exzellenz ist möglich - wenn sich das Ruhrgebiet als Einheit sieht.
Die größte Gartenstadt der Welt
Im Ruhrgebiet zu wohnen, das vereint die Vorzüge des Lebens in einer Kleinstadt mit den urbanen Möglichkeiten einer Metropole - zu erschwinglichen
Preisen. Das Ruhrgebiet ist, mitten in Europa, die größte Gartenstadt der Welt. Darin liegt ein gewaltiger Standortvorteil gegenüber anderen
Ballungsräumen. Doch ihn zu nutzen setzt voraus, das Ruhrgebiet als Einheit zu sehen.
Freie Fahrt für neue Ideen Die Dezentralität des Ruhrgebiets ließe entspannten, schnellen Straßen- und Schienenverkehr zu - wenn es ein Verkehrssystem hätte, das einer polyzentrischen Metropole gerecht wird: ein auch ökologisch vernünftiges Verkehrssystem, das die Region als Ganzes bedient; mit schnell getakteten Verbindungen, neuen Verkehrsmitteln und niedrigen Fahrpreisen. Ein solches System zu schaffen setzt voraus, das Ruhrgebiet als Einheit zu sehen.
Seine zentrale Lage, seine vielfältigen Landschaften, seine kulturelle Attraktivität und Vielfalt, seine ungezählten Rad- und Wasserwege, seine Einzigartigkeit unter den Metropolen der Welt geben dem Ruhrgebiet die Chance, zu einer besonderen Adresse des Städtetourismus zu werden - doch auch das setzt voraus, die Stadt Ruhr als eine Einheit zu sehen.
Wandel durch Kultur
Die erfolgreiche Bewerbung des Ruhrgebiets um den Titel einer Kulturhauptstadt Europas zeigt, was möglich wird, wenn die 53 Gebietskörperschaften der
Ruhr sich vereinen. Doch um über 2010 hinaus als starkes Stück Deutschland aufzutreten, fehlt den Städten der Ruhr die administrative Klammer. Der
Regionalverband Ruhr ist nur noch ein Schatten des einstigen Ruhrsiedlungsverbandes.
Schluss mit der Fremdverwaltung!
Wechselnde Landesherren, von den Preußen bis in unsere Tage, hatten an einem starken, einigen Ruhrgebiet kein Interesse. Im Gegenteil: Die Hohenzollern
fürchteten revolutionäre Zusammenrottungen und ließen die werdende Millionenstadt von Münster, Düsseldorf und Arnsberg aus verwalten
Demokratisch gewählte Landesregierungen entwickelten zwar zahlreiche Subventionsprogramme für das Revier, förderten aber zugleich Zersplitterung
und kommunales Kirchturmdenken.
Die Stadt der Städte braucht Gesicht und Kopf
Es ist höchste Zeit, das Ruhrgebiet auf eigene Beine zu stellen. Das Vorhaben der derzeitigen Landesregierung, aus fünf Regierungsbezirken und zwei
Landschaftsverbänden drei Regionen zu formen - Rheinland, Ruhr und Westfalen - , zielt in die richtige Richtung. Doch Ruhr muss eine direkt gewählte
Interessenvertretung und einen wahrnehmbaren Repräsentanten erhalten. Damit erst bekommt die Stadt der Städte einen eigenen Kopf und ein Gesicht.
Was gut ist für die Ruhr, ist gut für NRW
Eine starke, selbstbewusste Ruhrstadt inmitten Europas ist ein Gewinn nicht nur für alle ihre Teile und Bürger, sie ist ein Gewinn auch für all
ihre Nachbarn und für das ganze Land.
Wir nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand!
Die Einheit der Ruhr kann nur das Werk der Bürger sein. Wir rufen die Organisationen der Wirtschaft und der Wissenschaft, des Handels und der Industrie, die
Zusammenschlüsse freier Berufe, die Gewerkschaften, die Kirchen und Kulturverbände auf, der Politik mit gutem Beispiel voranzugehen und der Ruhr schon
jetzt eine Stimme zu geben - und diese Stimme laut und deutlich zu erheben. Wir rufen alle Bewohner der Ruhrstädte auf, sich zu Bürgern der Ruhrstadt
als einer Stadt der Städte zu bekennen. Parteien und Politiker reagieren nur auf Druck.
Wir warten nicht länger: Wir gründen Deutschlands größte Stadt. Jetzt.