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RuhrStadtNachrichten

"Revier verharrt in Kleinstaaterei"

von www.derwesten.de | 21.02.2012

„Revier verharrt in Kleinstaaterei“ www.derwesten.de Dirk Grünewald, der Präsident der I  [mehr ...]

Städte und Kreise der Metropole Ruhr machen sich stark für gemeinsame Bewerbung zur "Grünen Hauptstadt Europas"

von Regionalverband Ruhr informiert | 28.01.2012

Montag, 23. Januar 2012 Metropole Ruhr / Essen. Auf Initiative der Städte Bochum, Dortmund un  [mehr ...]

Ausschreibung Verleihung der Ehrenbezeichnung „Bürger/in des Ruhrgebiets 2012“

von Christine Schwab | 19.01.2012

Mit der Verleihung der Ehrenbezeichnung „Bürger/in des Ruhrgebiets“ werden von pro Ruhrg  [mehr ...]

Ausschreibung Fotowettbewerb „Strukturwandel im Ruhrgebiet“ auf www.hotspotruhr.de

von Christine Schwab | 19.01.2012

Seit ca. 45 Jahren befindet sich das Ruhrgebiet im Strukturwandel. Verbunden damit sind die Fragen,  [mehr ...]

Für das Ruhrgebiet, aber kritisch

von Sabine von der Beck | 28.11.2011

Eine neue Studie des Instituts Arbeit und Technik und der Ruhr- Universität Bochum hat  "Ruhrgebiets  [mehr ...]

Die Ruhrstadt ist tot - wir leben die Ruhrstadt

von Arnold Voss | 16.11.2011

Es lohnt, den Artikel von Arnold Voss bei  ruhrbarone zu lesen:

www.ruhrbarone.de/die-r  [mehr ...]

Neustart für die Ruhrolympiade

von Sabine von der Beck | 19.10.2011

Die Ruhrolympiade soll - so hat der neugewählte Vorstand des Trägervereins beschlossen - in der Fron  [mehr ...]

Starke Besucherzahlen für RuhrStadt

von Sabine von der Beck | 11.10.2011

Wie die Ruhr Tourismus GmbH (RTG), eine hundertprozentige Tochter des Regionalverbands Ruhr meldet,  [mehr ...]

Erster Jazzpreis Ruhr ausgerufen

von Sabine von der Beck | 28.09.2011

Nach einem "grandiosen Kulturhauptstadtjahr"  will das jazzwerkruhr das künstlerische Potential des  [mehr ...]

Mythos Metropole Ruhr

von Christian Heiko Spieß - XNXTRANEWS | 12.09.2011

Verabschieden wir uns doch einfach mal von dem Mythos, das Ruhrgebiet sei wie Berlin oder New York.  [mehr ...]

Archiv

Ruhr.2010 – und danach?

von Bülent Gündüz aus: 360° DER KUNSTBLOG

Mehr als ein halbes Jahr ist Ruhr.2010, das Kulturhauptstadt-projekt Essens und des Ruhrgebiets, nun vorbei. Was wird von dem Mammutvorhaben bleiben? Wie hat sich das Ruhrgebiet verändert? Keine andere Kulturhauptstadt hat so sehr auf Nachhaltigkeit wert gelegt. Ruhr 2010 konnten sich auch deshalb gegen namhafte Konkurrenz durchsetzen, weil sie die Karte Nachhaltigkeit ausgespielt und einen Schub für die Kultur an der Ruhr nach 2010 versprochen hatten. Man wollte mit der Kultur ein verbindendes Element schaffen und das Ruhrgebiet zur Metropole machen.

 

Ob das gelungen ist, sollte ein Evaluationsbericht des Zentrums für Kulturforschung und der Beraterfirma ICG Culturplan herausfinden. Zu viel darf man von dem Bericht allerdings nicht erwarten, denn die Überprüfung der Nachhaltigkeit darf getrost als verfrüht bezeichnet werden, zumal man schon während des Kulturjahres damit begann. Doch Oliver Scheytt, Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH, ist zufrieden:
”Die Evaluation zeigt, dass RUHR.2010 eine Erfolgsgeschichte ist. Diese reicht weit über das Jahr 2010 und den Kulturbereich hinaus“.

Als positiv werden vor allem die starken Zeichen gewertet, die Ruhr.2010 setzte, wie etwa die 316 gelben Ballone, die die ehemaligen und bestehenden Schachtanlagen kennzeichnen sollten oder der Tag, an dem die A 40 gesperrt wurde und von dreieinhalb Millionen Menschen zum Flanieren genutzt wurde.
Mit den Besucherzahlen ist man zufrieden. In Essen seien knapp 30 Prozent mehr Übernachtungen gezählt worden und genauso viele Besucher mehr, im gesamten Ruhrgebiet waren es immerhin noch 13 Prozent mehr. Doch die Verweildauer betrug nur knapp zwei Tage und erfolgreiche Vorgänger als Kulturhauptstadt hatten 10 bis 15 Prozent mehr Besucher. Aber immerhin haben 10,5 Millionen Besucher 5500 Veranstaltungen besucht.

Aber wie geht es nun weiter? Die Spannung sei nicht zu halten, sagt das Zentrum für Kulturforschung, vor allem, weil die Gelder nicht mehr so reichlich fließen werden, wie noch im vergangenen Jahr. Trotzdem will man die Infrastruktur ausbauen und die entstandenen Verbindungen zwischen den Kulturhäusern erhalten.

Eines der vorrangigen Ziele sollte die Etablierung der Metropole Ruhr als neue kulturelle Region in Europa werden. Doch das ist nicht gelungen, weder ist das Ruhrgebiet zusammengewachsen, noch ist da viel Neues entstanden, das eine besondere Entwicklung zur Kulturgroßregion erkennen lassen würde, zumindest nichts, was es nicht auch ohne Ruhr. 2010 gegeben hätte.
Der zwanghafte Versuch als Ruhr-Metropole zu erscheinen, darf getrost als gescheitert erachtet werden, vielleicht, weil eine solche Entwicklung Jahrzehnte braucht oder aber weil viele Ruhrgebietler zwar stolz auf ihre Region sind, aber gar keine gemeinsame Metropole wollen, sondern sich mit ihren Heimatstädten verbundener fühlen. Dass trotzdem so etwas wie ein Wir-Gefühl entstand, lag eher an der Begeisterungsfähigkeit der Ruhrgebietler, die eifrig bei der Sache waren und die ihnen gebotenen Möglichkeiten fleißig nutzten.

Nachhaltig dürfte die Eröffnung des umgebauten und neugestalteten Folkwang-Museums sein, das ein bisschen Glanz und Glorie in die Region brachte, doch den Umbau hätte es wohl auch gegeben, wenn es das Kulturhauptstadt-„Event“ nicht gegeben hätte. Für diesen Umbau musste das Ruhrmuseum Platz machen, es zog in die passenden Räumlichkeiten der Zeche Zollverein und wurde im vergangenen Jahr dort eröffnet. Es hat damit eine wunderbare neue Heimstatt gefunden.
Ein Leuchtturmprojekt war auch die Umgestaltung der altern Dortmunder Union-Brauerei zu einem Zentrum für Kunst und Kreativität mit Museen, Ausstellungsräumen und Büros für die vielbeschworene Kreativwirtschaft. Doch das Zentrum war zur Eröffnung im Kulturhauptstadtjahr nicht einmal zur Hälfte fertig und auch dieses Projekt wäre wohl ohne Ruhr.2010 entstanden.
Der zwanghafte Versuch, das halbfertige Projekt in das Kulturhauptstadtjahr zu integrieren, schlug fehl und endete im Chaos. Trotz konservatorischer Bedenken in ein halbfertiges Museum zu ziehen, setzte sich die Stadt durch und das Museum musste noch während Ruhr.2010 in sein staubiges Domizil ziehen. Die Besucherzahlen der aufwendigen Eröffnungsausstellung blieben dann auch weit unter den Erwartungen.
Auch die multikulturelle Vielfalt des Reviers ist kaum sichtbar geworden, dabei ist gerade das eine Stärke der Region, die immer auch Magnet für Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben war.

Ein neu angestoßenes und vielleicht wirklich nachhaltiges Projekt dürfte der Zusammenschluss von 20 Museen aus dem Ruhrgebiet sein, den Ruhrkunstmuseen. Man gab eine gemeinsame Broschüre heraus, einen Sammlungskatalog und präsentierte sich auf einer gemeinsamen Website.
Der Kulturkanal ist ein weiteres Projekt, das erhalten bleiben soll. Entlang des Rhein-Herne-Kanals hatten sich zehn Städte zusammengeschlossen und Kunst, Musik und Film geboten. In diesem Jahr hat man das Projekt fortgesetzt und möchte auch zukünftig daran festhalten, wenn dies finanziell zu stemmen ist.
Baulich wird der denkmalgeschützte Schacht II der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen bleiben, der um einen vierstöckigen gläsernen Kubus aufgestockt wurde und von dessen Dach die Herkules-Statue von Markus Lüpertz grüßt – ein leises Zeichen des Wandels vom Industrierevier zum modernen Ballungsraum.

Zweifellos haben sich die 53 oft zerstrittenen Kommunen gerade noch rechtzeitig zusammengerissen und kooperiert, so gut es ging, doch wie nachhaltig die Zusammenarbeit ist, muss sich erst noch zeigen, wenn es wieder Alltag einkehrt und das Geld wieder knapper ist. Beispielhaft ist die Diskussion um den Bau einer Philharmonie für Bochum. Das Ruhrgebiet hat bereits drei Philharmonien und Köln ist nicht weit, doch statt die Nachbarstädte zu unterstützen und deren Philharmonien eine größtmögliche Auslastung mit einem guten Programm zu sichern, ist den Bochumern zu wenig. Man will eine eigene Philharmonie. Nur die Haushaltslage der Stadt konnte den Bau bisher verhindern.
Doch solche Probleme kann nur die Politik lösen. Vielleicht wäre ein Kulturkonzept Ruhrgebiet hier ein wichtiger Punkt gewesen, einfach nur vernetzen zu wollen ist zu wenig. Man hätte intensiv diskutieren müssen, ein städteübergreifender Dialog zwischen Politik und Kultur fand aber leider nicht statt – dabei wäre der Zeitpunkt für ein Symposium günstig gewesen.

Nein, der große Wurf war Ruhr.2010 nicht. Zu wenig Innovatives und Kreatives hat das Projekt zu Wege gebracht, es fehlten
einfach der Mut oder die Ideen, Neues und Aufregendes zu probieren. Es war ein großes Fest, aber viel mehr auch nicht. Selbst Leuchtturmprojekte wie das Dortmunder U konnten nicht überzeugen.

Bisher haben es nur wenige Kulturhauptstädte geschafft, die Kulturszene ihrer Stadt dauerhaft zu verändern, meist blieb der erhoffte Schub nach dem Kulturjahr aus und der Alltag hielt Einzug, geprägt von leidigen aber altbekannten Diskussionen wie viel Kultur eine Stadt braucht und wo sie bei Einsparungen mit möglichst wenig Gegenwind rechnen muss. Und so wird sich erst in einigen Jahren zeigen, ob zusammenwächst, was zusammengehört.

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