„Wir gründen Deutschlands grösste Stadt“
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Eine neue Studie des Instituts Arbeit und Technik und der Ruhr- Universität Bochum hat "Ruhrgebietseliten" (Führungskräfte und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Arbeit, Politik, Kultur und Wissenschaft) befragt und kommt zu dem Schluss: "Die Führungskräfte des Ruhrgebiets stehen zu ihrer Region, denken dabei aber durchaus kritisch". Während die Lebensqualität im Ballungsraum, das Kulturangebot, die Einkaufsmöglichkeiten und die Naherholung positiv bewertet werden, überwiegt die Kritik an Politik und Verwaltung, die - so die befragten Personen - die wirtschaftliche Entwicklung des Ruhrgebietes durch Kirchturmsdenken hemme. Eine umfassende Integration zu einer einzigen "Ruhrstadt" wird aber auch eher kritisch gesehen: auf einer Skala von 1 (völlig falsch) bis 5 (völlig richtig) erhält die These "Das Ruhrgebiet hat nur dann realistische Chancen, den Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen, wenn es zu einer einzigen Ruhrstadt wird", den Wert 2,4 (Der Mittelwert wäre 3,0 gewesen).
Der Wirtschaftsstandort selbst wird überwiegend positiv gesehen, das schlechte Image der Region als Problem bei der Zuwanderung von Fach- und Führungskräften kritisiert. Studierende des Bachelor-Studiengangs Sozialwissenschaft hatten 400 Fragebögen verschickt, von denen knapp ein Viertel beantwortet wurde. Der Aussensicht des Ruhrgebiets, das vielen Rankings zugrunde liegt, sollte mit der Empirie-Arbeit eine "Innensicht" von Eliten entgegengesetzt werden. Welche Fragen die Studie stellte und wie die Antworten darauf ausgefallen sind, kann unter www.iat.eu/forschung-aktuell/2011/fa2011-11.pdf nachgelesen werden.
| T. Terhorstf.terhorst@web.de30.11.2011 14:15 |
| Nicht nur die Eliten stehen einer umfassenden Integration der Ruhrgebietsstädte zu einer großen Ruhrstadt kritisch gegenüber. Auch die Rheinländer, die Niederrheiner und die Westfalen aus dem RVR-Gebiet, so zu sagen die „Rheinfalen“ stehen der Ruhrstadt kritisch gegenüber. Zu Bemängeln ist zum einen, das ewige Klagen des RVR über das Kirchturmsdenken. Es ist eine Tatsache, das die Bürgermeister der einzelnen Gemeinden nur gegen ein Zentralgesteuertes Ruhrgebiet und gegen die Eingemeindung aller Ruhrgebietsstädte sind. Zu Bemängeln ist zum andern, das es bis jetzt keine brauchbare wissenschaftliche Studie gibt, wie weit das Ruhrgebiet, von Sonsbeck bis Fröndenberg, weiterhin auch der Regionen Rheinland und Westfalen angehört. Es ist doch letztlich schon auffällig, wie in einigen Untersuchungen, wie auch in dieser Studie, die Wörter Rheinland und Westfalen nicht ein einziges mal vorkommen. |